
Miriam Mandelkow blickt auf ihre Calwer Zeit

Die vielfach ausgezeichnete Übersetzerin Miriam Mandelkow lebt derzeit als 73. Hermann-Hesse-Stipendiatin im Geburtshaus des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse in Calw. Mitte Mai wird sie aus dem Nordschwarzwald wieder in ihre Heimatstadt Hamburg zurückkehren. Zuvor wird sie im Rahmen eines Gesprächs mit dem Kulturjournalisten Ralf Recklies in der Kultur-Apotheke einen Blick auf ihre Calwer Zeit werfen, von ihrer Arbeit als Übersetzerin berichten und – wie bei einer Veranstaltung im März im Georgenäum – auch selbst lesen.
Die 1963 in Amsterdam geborene Miriam Mandelkow, die heute in Hamburg lebt, zählt zu den bedeutendsten literarischen Übersetzerinnen aus dem Englischen. In den vergangenen Jahren stand insbesondere ihre Arbeit an den Neuübersetzungen der Werke von James Baldwin im Mittelpunkt, für die sie 2020 den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis erhielt. Ihre Neuübertragungen trugen wesentlich zur erneuten Aufmerksamkeit für Baldwins Werk im deutschsprachigen Raum bei.
Auch Werke von Richard Price, Samuel Selvon, Eimear McBride, NoViolet Bulawayo oder Ta-Nehisi Coates hat Mandelkow, die bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, bereits übersetzt. Erst im Oktober 2025 wurde ihr der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis für Übersetzungen aus dem Englischen verliehen. Im vergangenen Wintersemester war Mandelkow August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin. Dort gab sie ihre praktischen Erfahrungen zu literarischer Mündlichkeit, Rhythmus und Übersetzungsentscheidungen an Studierende weiter.
Musikalisch wird der Abend mit ausgewählten Stücken von der Pianistin Martina Frey begleitet. Der Eintritt ist frei, Spenden für das Projekt Kultur-Apotheke sind willkommen.

